Intensiv-pädagogische Wohngruppe Rabenau

Geilshausen (LK Giessen)

Jugendhilfe in Rabenau-Geilshausen
mit angegliedertem kleinem Bauernhof

Unsere intensiv-pädagogische Wohngruppe in Rabenau-Geilshausen mit traumapädagogischem Schwerpunkt schafft für bis zu sechs herausfordernde Kinder und Jugendliche ab 9 Jahren ein stabiles Lebensumfeld. Der anliegende landwirtschaftliche Andreashof bietet vielfältige pädagogische Erlebnisräume und Erfahrungen im Bereich Tierhaltung und Landschaftspflege. Dies eröffnet den jungen Menschen die Auswirkungen ihres Handelns zu erleben und bietet weitreichende Möglichkeiten, um Selbstvertrauen zu fördern und Selbstwirksamkeit zu erfahren.

 

Wohngruppe Geilshausen

Auf einen Blick


Gruppengröße

6 Kinder & Jugendliche


Betreuungsalter

9 - 21 Jahre


Betreuungsschlüssel

1: 0,95

Teamleitung
Wohngruppe Geilshausen

Andreas Krug

Tel.: 06407-9066020
E-mail: ig-rabenau@menschen-s-kinder.org

„Für junge Menschen mit instabilen Bindungen, Beziehungsabbrüchen und -verlusten kann die Hege und Pflege von Tieren eine wirkungsvolle Möglichkeit sein, in kleinen Schritten Vertrauen zu sich und anderen zu fassen. Mit einem verlässlichen Beziehungsangebot und einer klaren Tagesstruktur wecken wir Vertrauen in die eigenen Stärken. Die grundlegende Zielsetzung der Wohngruppe ist die emotionale und soziale Stabilisierung sowie der Aufbau von Vertrauen zu sich selbst und zu anderen.“

Die Wohngruppe im Detail

Wo und wie wir leben

Geilshausen, ein malerischer Ortsteil von Rabenau in Hessen, verbindet ländlichen Charme mit einer reichen Geschichte. Mit ca. 700 Einwohnern und seiner landwirtschaftlichen Prägung bietet es eine idyllische Kulisse für Wanderungen durch die malerische Landschaft des Lahntals.

Der Andreashof befindet sich am Ortsrand mit angrenzenden Wiesen und Obstbaumgrundstücken. Der landwirtschaftliche Hof wird vom Teamleiter betrieben und liegt in unmittelbarer Nähe zur Wohngruppe.

Für jeden der sechs jungen Menschen ist ein Einzelzimmer vorhanden. Das Wohnhaus verfügt ferner über eine Küche, einen geräumigen Ess- und Wohnbereich und über drei Bäder mit Toiletten. Ein großzügig gestalteter separater Bereich bietet Raum für Gespräche und ungestörtes Arbeiten. Ein großer Aufenthaltsraum lädt zu vielfältigen Beschäftigungen ein. Hinzu kommen noch ein Büro und Schlafmöglichkeiten für die Nachtbereitschaft sowie ein Hauswirtschaftsraum.

Was wir den jungen Menschen bieten

Der landwirtschaftliche Betrieb mit all seinen Aufgaben im Bereich Tierhaltung und Landschaftspflege gewährleistet eine (heil-)pädagogische Tagesstruktur, die den jungen Menschen Orientierung und Sicherheit bietet. Durch gemeinsames Erleben und Tun werden Ressourcen und Selbstwirksamkeitserleben gestärkt sowie die soziale und emotionale Entwicklung gefördert. Zu den Aufgaben gehören:

  • tägliche Versorgungsarbeiten rund um die Tiere,
  • Arbeit im Jahresrhythmus (Mähen für Futtersilage, Heuernte, Obsternte, Weide- und Baumpflege),
  • respektvolles Miteinander (Übungsfeld durch verschiedene Tierrassen),
  • eigene handwerkliche oder kreative Fähigkeiten in unterschiedlichen Bereichen erkennen und erweitern,
  • allmähliche Übertragung von Verantwortung an den jungen Menschen.

Verhaltensauffälligkeiten sehen wir als Anpassung an vernachlässigte Bedürfnisse des jungen Menschen in seiner Umwelt. Unsere Herangehensweise besteht darin, Beziehungen aufzubauen, Lösungsstrategien anzubieten und den Selbstwert zu stärken. In der Hilfeplanung setzen wir gemeinsam mit dem jungen Menschen und seiner Familie Ziele in verschiedenen Lebensbereichen. Ein landwirtschaftlicher Betrieb wird genutzt, um Respekt im Umgang mit Tieren zu fördern und handwerkliche sowie kreative Fähigkeiten zu entdecken und zu entwickeln.

Traumapädagogische Ausrichtung

Junge Menschen mit Traumatisierungen haben verschiedenste Überlebensstrategien entwickelt, die oft herausfordernd und manchmal schwer nachvollziehbar sind und erschwert zunächst das Einlassen auf positive Beziehungsangebote.

Im Alltag steht der Umgang mit Emotionen wie Wut, Angst und Trauer sowie mit dysfunktionalen und destruktiven Verhaltensweisen im Vordergrund. Damit die pädagogischen Fachkräfte diesen langfristig professionell begegnen können, erhält das Team neben Teamsitzungen und Supervisionen auch Freiräume, um aktiv für ein gutes Miteinander zu sorgen.

 

 

Unsere Leitlinien

Jedes Verhalten, sei es noch so bizarr, hat für den jungen Menschen einen „guten“ Grund. Dieser muss nicht im Hier und Jetzt liegen, die komplexe aktuelle Situation ist oftmals „nur“ der Auslöser. Das „Drehbuch“ zu entdecken, ist eine gemeinsame Aufgabe der Pädagogen und des jungen Menschen.

Das individuelle „Drehbuch“ zu entdecken, ist eine gemeinsame Aufgabe. Dieses ist verbunden mit der Selbstermächtigung des jungen Menschen. Ziel ist es, die jungen Menschen darin zu unterstützen, „Experten“ für ihr eigenes Lebens zu werden.

Finden eines sicheren Ortes. Gelingt der Prozess der Selbstermächtigung, durch Entwicklung von Vertrauen und Selbstwirksamkeit, findet der junge
Mensch den sicheren Ort zunehmend in sich selbst. Das Ohnmachtserleben reduziert sich zugunsten sozial angemessener Strategien, die wiederum vor (emotionaler) Überforderung schützen.

Kooperation mit Praxis für Kinder-/Jugendpsychiatrie

Wir haben einen Kooperationsvertrag mit einer kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis in Gießen. Beide dort tätigen Fachärztinnen haben langjährige Erfahrung in der stationären und ambulanten psychiatrischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen sowie in der Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe.

Einmal monatlich kommt die Kinder- und Jugendpsychiaterin zur Fachberatung ins Team. Überdies gewährleistet sie die regelmäßige Versorgung behandlungsbedürftiger Kinder und Jugendlicher unserer Wohngruppe. Für eine ggf. notwendige ambulante Diagnostik und Therapie stehen im Rahmen einer Vereinbarung Kontingente zur Verfügung.